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Die Do’s & Don’ts des erflogreichen Flohmarktstands

In früheren Beiträgen haben wir ja schon berichtet, auf welche Art und Weise man denn nun den ausgemisteten Krempel am besten los wird. Ob Mülltonne, Weiterverschenken oder –spenden, allgemein steht einem eine Vielzahl an Möglichkeiten offen.
Möchte man noch etwas Geld für sein Gerümpel haben, bietet sich der gute alte Flohmarkt an. Unglaublich, aber wahr – bis zum letzten Wochenende habe ich noch nie auf dem Flohmarkt verkauft, sondern bin lieber selber auf der Suche nach Schnäppchen drübergetigert.
Nun aber steht in naher Zukunft bei mir ein Umzug an, das Wetter versprach toll zu werden und freiwillige (naja, sagen wir mal lieber willige ;)) Helfer haben sich auch zur Verfügung gestellt. Keine Ausreden mehr!
Damit ihr keine Anfängerfehler begeht wie ich bei meinem ersten Verkaufen, hier meine Do’s und Don’ts:
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1.) Ganz wichtig: Vorher Kleingeld besorgen! Ich hatte 50€ dabei, hauptsächlich in Münzen und ein paar 5er-Scheinen. Meiner Erfahrung nach bezahlt kaum jemand passend, und es wäre doch schade, wenn ein Deal am fehlenden Wechselgeld scheitert. :) Natürlich gilt auch hier das gleiche wie bei allen Menschenansammlungen: Geld nah am Körper tragen, wenn es anders aufbewahrt wird, gut aufpassen.
2.) Sitzgelegenheiten organisieren! Leider haben wir nicht daran gedacht, und den ganzen Tag stehen oder versteckt hinter dem Stand zu sitzen, ist anstrengend und blöde für die Kunden. Nehmt euch Campingstühle, Bierbank-Garnituren, was auch immer mit. Im Geiste werdet ihr mir dafür danken. ;)
3.) Genauso wichtig: Verpflegung, Essen, Trinken. :) Habt ihr Helferlein dabei, sollte es eine Ehrensache sein, für diese zu sorgen. Leider war das Essen von den Händlern am Flohmarkt unspektakulär bis ungenießbar. :/
4.) Bei wertvolleren Teilen, für die ihr noch etwas Geld wollt, unbedingt vorher über Ebay oder Ebay-Kleinanzeigen recherchieren, wie viel noch machbar ist.
5.) Wettervorbereitungen. Klar, den Wetterbericht habt ihr sicher gecheckt, aber was wenn doch ein spontaner Regenguss kommt? Am besten eine Plane oder zur Not eine Picknik-Decke mit Aluseite zum Schutz der Sachen mitnehmen. Genauso sollte man im Sommer Sonnenmilch und -schirm nicht vergessen, man hält sich ja doch ein paar Stündchen auf dem Gelände auf.
6.) Auch wichtig: Plastiktüten für eure Kunden. Wir hatten zur Not welche dabei und hätten wohl viele Teile ohne dazugehörige Tüte gar nicht erst verkauft. Kaum ein Besucher bringt selber Tüten oder ähnliches mit, wieso eigentlich? Bei zerbrechlichen sollte man etwas Zeitungspapier in Petto haben.
7.) Was man noch immer gebrauchen kann: Taschenrechner (oder Smartphone), Tesa, Schere, Stifte, Schilder, Metermaß. Falls ihr euch einen Stand mit Freunden teilt, am besten ein kleines Notizbuch, in dem die Verkäufe vermerkt werden – so geht die Abrechnung am Ende blitzschnell. :)
8.) Sonder-Tipp: Wir hatten noch einen extra Akku für die Handys dabei und einen Boomball, um etwas Musik zu hören. War’s verkaufsfördernd? Keine Ahnung. :D Aber es hat uns in den ruhigeren Minuten die Langeweile vertrieben.
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1.) Zu viel Standgebühren bezahlen: Ich hatte im Internet nachgesehen, und eine Mindestlänge von 2m ausgemacht. Vor Ort sollten es dann doch plötzlich 3m sein, und bei steilen 12€/m ist das eine Menge Holz, die man erstmal wieder reinspielen muss. Falls ihr mehrere Flohmärkte in der Nähe habt, überlegt euch gut vorher, wie viel ihr ungefähr erzielen könnt und ob sich die Standgebühren lohnen. Ich würde vorher auch die Märkte besuchen, um abschätzen zu können, wie viel los ist und vergleichen.
2.) Auf keinen Fall zu früh runter handeln lassen! Bei uns galt Aufbau von 6-8Uhr ohne Verkauf, und um 7 Uhr wurden wir von Menschenmassen überrollt. Viele professionelle Händler haben ziemlich aggressiv versucht, die Preise zu drücken und sind gleich in Gruppen aufgetreten. Handeln gehört natürlich dazu, aber wartet erstmal die morgentlichen Rentnerhorden ab, bei denen ihr sicher noch bessere Preise erzielt. Ab mittags kann man immer noch billiger werden.
3.) Gleichzeitig sollte man realistische Preisvorstellungen behalten und nicht zu viel verlangen. Das meiste wird wohl gebraucht sein, und für gebrauchtes muss man eine Preisabschlag in Kauf nehmen. Nur weil ihr vielleicht noch dran hängt, heißt dass nicht, dass andere Menschen bereit sind, dieses „Dran-Hängen-Gefühl“ zu finanzieren.
4.) Auf keinen Fall alleine auf den Flohmarkt verkaufen! Meiner Erfahrung nach ist das Risiko, beklaut zu werden, viel zu groß, und die Schlepperei will man sich doch sicher auch nicht allein antun. Lieber mit ein paar Freunden zusammenschließen und mit Musik und Verpflegung für gute Stimmung sorgen. :)
5.) Ganz großes Don’t: Vorher die Nacht durchmachen. Party bis um 3, Aufstehen um 6, und dann 10h Flohmarkt ohne vernünftige Sitzgelegenheit? In meinem Alter die Hölle. ;) Mehr Spaß macht es sicherlich, wenn man fit und ausgeruht aufkreuzt. :)

Mein erster Flohmarktstand war zwar teuer (36€!!), hat sich aber wirklich gelohnt. Alles sperrige aus dem Keller bin ich losgeworden, Küchensachen z.B. gingen fast komplett weg und auch einige Teile aus meinem KK-Katalog. Für’s nächste Mal habe ich schon ein paar Dinge im Auge, die dann in der 2. Runde mitdürfen und hoffentlich einen neuen Besitzer finden.
Wie ist es bei Euch, habt ihr schon mal verkauft? Was waren Eure größten Verkaufserfolge oder vielleicht Flohmarktschnäppchen? :)

5 Kommentare

  1. Schöne Zusammenfassung!

    Eine Zeit lang habe ich regelmäßig auf Flohmärkten verkauft (1x im Monat). Was ich dabei gelernt habe (den Rest habt ihr ja schon erwähnt ;-)):
    – „Thementische“, z.B. nur Bücher oder nur Kleidung, gingen fast noch besser als bunt gemischte Stände.
    – Die Ware unbedingt auf Tischen anbieten und nicht auf Decken am Boden ausbreiten (viele Leute sind zu faul sich zu bücken).
    – Die Ware gefällig herrichten, also vor dem Verkauf säubern, auf dem Tisch ansprechend drapieren und nicht alles lieblos durcheinander werfen.
    – Wirklich wertvolle Dinge würde ich nicht auf dem Flohmarkt verkaufen, weil die meisten Leute dort alles „geschenkt“ haben wollen. Lieber gleich damit zu Ebay.
    – Leute kaufen oft am liebsten das, von dem man am wenigsten dachte, dass man es loswerden würde (zerrupfte Sparkassencomics?!).

    Am besten lief es übrigens auf den Flohmärkten, auf die ich selbst immer gern zum Stöbern gegangen bin – bei denen konnte ich sicher sein, dass viele Besucher kommen würden. Ich war nämlich auch schon auf Flohmärkten, für die kaum Werbung gemacht wurde. Ergebnis: zwar total viele Stände, aber kaum Besucher.

    LG
    Shaoshi

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  2. Was ihr mal wieder für ein Timing habt :D In zwei Wochen (1.6.) gehe ich auch wieder auf den Flohmarkt und bin spätestens mit dem Artikel sehr schön eingestimmt. Also falls zufällig noch jemand aus Freiburg kommt, freu ich mich, wenn ihr mal vorbei schaut! Ihr werdet auch nicht genötigt, was zu kaufen :)!

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  3. Jahrelang habe ich mir auf Flohmärkten zusätzliches Geld verdient. Deine Tipps sind sehr gut.
    Was noch gut ist: Flohmarktsachen gleich in Flohmarktkisten packen und zu Hause griffbereit lagern. Besonders gut geeignet sind Bananenkisten. Die kann man sogar voll gut tragen und stapeln. Mit einer Tischdecke, gerne auch älter, schafft man eine angenehme Atmosphäre auf dem Tisch. Hängt sie vorne fast bis zum Boden, kann man unter dem Tisch Zeitungspapier und die Tüten gut stapeln. Bei Sonnenschein ist ein Sonnenschirm gut. Ständer und Schirm lassen sich im Auto noch gut mitnehmen. Kleidung lässt sich gut auf einem Kleiderständer präsentieren. Aber Achtung – meistens verkauft sich Kleidung nicht so gut. Für Geldgeschäfte empfiehlt sich die gute alte Geldkassette, bitte mit Schlüssel.
    Alternative für einen frühen Flohmarkt sind die Nachtflohmärkte. Sie finden in einer Halle statt, die Stände sind vorbestellt. Ideal für Nachtschwärmer oder für einen „hardcore“-Flohmarkttag von frühmorgens bist Mitternacht.

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  4. Da sind wirklich ein paar gute Tipps dabei, vor allem hätte ich nicht daran gedacht, Tüten für die Kunden bereitzustellen. Wenn ich auf Flohmärkte zum Bummeln gehe, habe ich immer selber eine Stofftüte dabei, macht ja eigentlich auch durchaus Sinn. Bei mir steht ja auch ein Umzug an und vorher sollte ich wirklich nochmal auf den Flohmarkt gehen. Werde mir wohl eine Freundin schnappen und dann gemeinsam verkaufen. Fehlt nur noch ein passender Termin sowie Tisch und Stühle.

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