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Den eigenen Stil finden (Teil 2)

In Beitrag Nummer 2 zum Thema Stil geht es heute um das Problem, wie der eigene Stil denn aussehen soll. Manche nennen ihn auch Uniform. Gar nicht so unpassend, wenn man davon ausgeht, dass eine Uniform etwas einheitliches ist. Dabei ist unsere neue Stil-Uniform nicht einheitlich im Sinne von ständig gleich und langweilig, sondern weitgehend ähnlich mit wiederkehrenden Teilen, aber mit erkennbarer Linie.
Leider war meine Erkenntnis, dass der eigene Stil miserabel ist, nur der Anfang. Nun geht es mit Schritt Nummer 2 weiter:

Die eigentliche Stilfindung

Wie soll er denn nun sein, der eigene Stil? Verspielt? Geradlinig minimalistisch? Romantisch? Bunt? Dezent? Sicherlich gibt es Stile, die uns auf ihre eigene Weise faszinieren. Bei mir ist das, wie in Teil 1 schon erwähnt, ein sehr farbreduzierter, minimalistischer Stil.
Bevor ich aber angefangen habe, an meinem Stil zu arbeiten, habe ich viel über Mode im allgemeinen nachgedacht und meiner Meinung nach sollten wir uns von einigen gängigen „Mythen“ zum Thema Stil befreien.
Ein wichtiger Aspekt ist sicherlich, was man überhaupt braucht, um gut gekleidet zu sein. Glaubt man den Frauenmagazinen, gibt es ständig neue It-Pieces, die Frau/Mann braucht.
Aber warum brauchen wir dieses Teil denn?
Befreien wir uns doch vom Denken, gezimmert rund um It-Bags, Must-Haves und andere Dinge, die wir angeblich uuunbedingt brauchen um gut gekleidet zu sein!
Brauchen wir dieses eine Teil denn wirklich, nur weil es in einer Zeitschrift geschrieben steht und als neuer Gral der Saison ausgerufen wurde? Kann uns jemand Fremdes überhaupt vorgeben, was man gerade dringend braucht, um modisch zu sein? Ich denke (für mich und meine Auffassung zumindest), nein!
Das heißt keinesfalls, dass man sich keine Inspiration holen sollte und generell alles, was aktuell angesagt ist, zu boykottieren hat. Aber ich plädiere für eine wohl durchdachte Auswahl und kein blindes Shoppen, frei nach dem Motto: „Da stand, ich brauch das: also kauf ich’s“.

Sich langfristig von saisonalen Trends loszusagen ist auf lange Sicht doch deutlich minimalistischer, als mit jeder Saison neue Kleidung zu kaufen. Kaufe ich mir ein Kleidungsstück, das kein „Verfallsdatum“ hat, kann ich es auch in 20 Jahren noch tragen.
Für mich und meinen neuen Stil sollte definitiv der Minimalismusgedanke immer anwesend sein. Das neue Credo sollte lauten: ein zeitloses, hochwertiges Teil, statt 5 modischen die nach 3 Wäschen ausgeleiert sind.
Nun aber zurück zur Frage des Beitrags.

Wie bin ich vorgegangen:
Der Findungsprozess ist natürlich ganz individuell und hier möchte ich euch meine favorisierte Methode vorstellen.

Pinterest! Pinterest ist denkbar einfach zu nutzen: Man pinnt die Bilder, die einem gefallen auf seiner Pinnwand und kann sie sich immer wieder ansehen. Wie gemacht also, um Inspiration zu sammeln. Ich nutze Pinterest gerne, um mir Kreationen anderer anzusehen und viele neue Sachen zu finden.

Schritt 1: Zuerst, wie schon erwähnt, erstelle ich mir eine Pinnwand und pinne alle Outfit-Inspirationen, die mir besonders gut gefallen. Gerne auch mal unterwegs im Zug oder daheim auf der Couch.

Schritt 2: Danach lasse ich erst einmal alles ein oder zwei Wochen ruhen und beschäftige mich mit anderen Dingen. Nach dieser Zeit schaue ich mir meine Pinnwand nochmals an und suche mir gezielt ein paar Outfits oder Teile aus, die mir ganz besonders gut gefallen. Kein großer Aufwand also.

Schritt 3:Aus diesen Teilen erstelle ich dann meine Wunschliste.

Natürlich gibt es neben Pinterest noch viele weitere Plattformen, auf denen ihr euch ganz einfach inspirieren lassen könnt. Tumblr, Polyvore, Lookbook, oder einfach in der Stadt.
Ich persönlich mag es mittlerwiele nicht mehr, einfach in einen Laden hineinzuspazieren und einfach das mitzunehmen, was mir gefällt. Ich habe mir angewöhnt, einen Plan und eine Shoppingliste zu haben, wenn ich denn mal etwas kaufen gehe. Aktuell: Ein schwarzer Loop-Schal und ein graues Shirt.
Da ich gezielt auf einen Stil hinarbeite, kaufe ich auch nur noch das, was auf meiner Liste steht. Keine Spontankäufe mehr! Die Vergangenheit hat gezeigt, dass diese Teile einfach zu oft im hinteren Eck des Schrankes hängen bleiben.

Wer wie ich nun aber den Inhalt seines Kleiderschrankes schon auf knapp 25% reduziert hat, der wird nun vor dem Dilemma stehen, dass man nur noch sehr wenig besitzt (was ja auch gewollt ist und sich wirklich gut anfühlt), aber man hätte dann doch noch ganz gerne ein paar neue Teile.
Was tun? Neu kaufen? Aber ich möchte ja möglichst minimalistisch leben und nicht wild draufloskaufen!
Zweifelsohne ein kniffliger Punkt!

Wie ich es nun anstelle, den neuen Stil umzusetzen und trotzdem recht minimalistisch zu bleiben, erfahrt ihr kommende Woche in Teil 3.

6 Kommentare

  1. Guter Beitrag! Dieses Jahr habe ich mir ein Kaufverbot auferlegt aber ab Herbst will mir auch so eine Pinnwand basteln um mir über meinen Zukünftigen Look klar zu werden.

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  2. Hallo Vivian,

    ich hoffe eine Pinnwand hilft dir, so wie mir, auch mal genau über den Stil nachzdenken. Für mich war das definitiv eine sehr effektive Methode und ich hoffe bei dir klappt es auch so gut :)

    Viele Grüße

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  3. Pingback: Den eigenen Stil finden (Teil 3) | Minimalistenfreun.de

  4. Wow, den Schrank auf 25% zu reduzieren ist schon sehr minimalistisch, da würde ich noch Jahre brauchen. Deine Pinterest-Wände finde ich übrigens gefährlich-triggernd-schön :D

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  5. Super Beitrag! Speicherst du die fertigen Outfit-Bilder ab oder stellst du sie zusammen? Wenn ja, wo? PolyVore?

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  6. Ich schaue eigentlich wöchentlich mal auf meine Pinnwand bei Pinterest. Sonst nutze ich eigentlich nichts, um mir die Outfits abzuspeichern.

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