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Buchvorstellung: John Maeda – Simplicity

Da dieser Blog nicht nur unterhalten, sondern auch aktiv Hilfestellung beim Minimalisieren leisten soll, möchten wir euch in der Rubrik “Ressourcen” in (un)regelmäßigen Abständen Bücher, Blogs und Websiten vorstellen, die sich mit dem Thema Minimalismus und allem, was so dazugehört, beschäftigen.1.

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Bei der heutigen Buchvorstellung muss man eines gleich vorwegschieben: John Maedas „Simplicity – Die zehn Gesetze der Einfachheit“ (auf Englisch: „The laws of simplicity“) ist kein Buch über das Ausmisten, und genau genommen auch keines, in dem es im engeren Sinne um Lebensvereinfachung und Kram loswerden geht. Vielmehr versammelt Maeda, der mit seinem Hintergrund als Dozent und Forscher am MIT eher aus einer technisch-designorientierten Richtung kommt, skizzenhaft seine Erkenntnisse, was „Einfachheit“ ausmachen kann und sollte.

Simplicity
Einige der zehn „Gesetze“, die der Autor in seinem Buch vorstellt, kommen uns allen sicher schon bekannt vor: Einfachheit wird unter anderem erzeugt durch Reduzierung und Organisation, aber auch durch Zeitersparnis und Lernen (z.B. wenn man Arbeitswege durch besssere Kenntnisse vereinfachen kann).
Einfachheit braucht aber – und hier setzen Maedas interessantere Überlegungen an – immer auch Komplexität, um als „einfach“ hervortreten zu können. Denn erst wenn sich ein Wechsel zwischen Ordnung und Unordnung, Komplexität und Einfachheit einstellt (ein Rhytmus also), kann man Einfachheit so richtig wertschätzen. Diesen Gedanken fand ich sehr aufbauend, weil ich sehr oft nur sehe, was noch nicht vereinfacht und noch chaotisch ist, dabei aber vergesse, dass ich meine Erfolge ohne das „Chaos drumrum“ gar nicht so gut erkennen könnte.
Spannend fand ich auch den Gedanken, dass Einfachheit Vertrauen erfordert: in das vereinfachte Design eines Gerätes, oder dahingegend, dass das Wenige immernoch ausreichend ist, unsere Bedürfnisse zu erfüllen.
Und zuletzt gibt es noch zwei Erkenntnisse, die mir persönlich besonders wichtig sind: Einerseits, dass es Bereiche gibt, bei denen Einfachheit nicht zielführend und vielmehr ein „Mehr“ angemessen ist (z.B. bei Gefühlen und zwischenmenschlichen Beziehungen) und zweitens dass es Bereiche gibt, die sich nicht vereinfachen lassen, und dass Rückschläge und Fehler zum Prozess des Vereinfachens dazugehören.

Fazit:

Was mir neben dem sehr klaren, knapp gehaltenen Stil besonders gut gefallen hat sind die zahlreichen Anekdoten und Beispiele, mit denen der Autor seine Überlegungen illustriert. Einige kommen dabei aus den uns geläufigeren Bereichen „Wohnung“ und „Kram“ (z.B. wenn Maeda über das japanische Konzept des MA nachdenkt), andere aber auch aus der Technik- und Designbranche, z.B. das Design des Ipods, dass zur Illustration der Konzepte „Reduzierung“ und „Einfachheit“ herangezogen wird.

Das Buch ist sicher nicht dazu geeignet, Tips fürs Ausmisten zu liefern, aber allen, die sich gerne auf etwas philosophischerer Ebene mit Minimalismus und Einfachheit beschäftigen wollen, kann es neue Anregungen und Zugänge bieten.

 

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1. Disclaimer: Die Ressourcen, die wir hier vorstellen, haben wir ausgewählt, weil wir sie selbst als nützlich empfinden und sie uns auf unserem Weg zum Minimalismus geholfen haben. Wir erhalten keinerlei Prozente aus Verkäufen oder sonstige Gewinnbeteiligung, z. B. über Werbeeinnahmen.

Dieser Artikel ist von Marie. Sie hat 2014 für die Minimalistenfreun.de geschrieben.

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